Reiseziel
Mit dem Auto in Frankreich
In Frankreich fährst Du rechts, der Verkehr läuft über ein dichtes Mautnetz, und in vielen Städten brauchst Du die Umweltplakette Crit'Air. Warnweste und Warndreieck gehören zur Pflichtausrüstung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Es gilt Rechtsverkehr, die Tempolimits stehen in km/h.
- Die meisten Autobahnen sind mautpflichtig. Auf einigen Strecken gibt es keine Schranken mehr, dort zahlst Du innerhalb von 72 Stunden nach der Fahrt.
- In den Umweltzonen vieler Städte brauchst Du die französische Plakette Crit'Air. Deutsche Umweltplaketten gelten dort nicht.
- Bestelle Crit'Air nur über die offizielle Seite certificat-air.gouv.fr und rechtzeitig vor der Reise.
- Warnweste und Warndreieck gehören ins Fahrzeug.
- Radarwarner sind verboten, Telefonieren ist nur freihändig erlaubt.
- Die Promillegrenze beträgt 0,5, für Fahranfänger 0,2.
Tempolimits und Fahrregeln
Das französische Verwaltungsportal Service-Public nennt für Pkw bei trockener Straße diese Höchstgeschwindigkeiten: Autobahn 130 km/h, Schnellstraße mit Mittelstreifen 110 km/h, übrige Straßen mit Gegenverkehr ohne Trennung 80 km/h, innerorts 50 km/h. Bei Regen sinken die Werte, auf der Autobahn auf 110 km/h und auf der Schnellstraße auf 100 km/h. Bei Sicht unter 50 Metern gelten höchstens 50 km/h. Für Fahranfänger sind die Limits auf Autobahnen und Schnellstraßen niedriger. Örtliche Behörden dürfen strengere Grenzen festlegen.
Die Promillegrenze liegt bei 0,5, für Fahranfänger in den ersten drei Jahren bei 0,2 (Auswärtiges Amt, ADAC).
Nach Angaben des ADAC sind Radarwarner im aktiven Zustand verboten, das gilt auch für Navigationsgeräte mit entsprechender Warnfunktion. Telefonieren am Steuer ist nur freihändig erlaubt. Kinder unter zehn Jahren brauchen einen passenden Kindersitz.
Maut, Vignette und Gebühren
Die meisten französischen Autobahnen sind mautpflichtig. Du zahlst nach Strecke und Fahrzeugklasse.
Der ADAC unterscheidet drei Systeme. An klassischen Mautstellen (Péage) zahlst Du bar oder mit Karte. Mit einem Transponder, dem Télépéage, fährst Du auf eigenen Spuren ohne Anhalten durch. Auf Free-Flow-Abschnitten ohne Schranken werden die Kennzeichen erfasst. Dazu zählt der ADAC etwa die A13, A14, A79 und die A4 bei Boulay.
Dort musst Du innerhalb von 72 Stunden nach der Fahrt zahlen, zum Beispiel online beim Streckenbetreiber. Der Betreiber Sanef nennt für die A13 und A14 dieselbe Frist und weist darauf hin, dass danach eine Strafe droht. Mit einem Transponder geht die Abbuchung automatisch.
Aktuelle Preise nennen die Betreiber der einzelnen Strecken.
Umweltzonen und Fahrverbote
Frankreich unterteilt Fahrzeuge in Crit'Air-Klassen. Die runde Plakette gilt für die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs. Sie ist nach Angaben von France.fr für alle Fahrzeuge nötig, die auch nur gelegentlich in eine Umweltzone (Zone à faibles émissions, ZFE) fahren. Die Zonen liegen in größeren Städten und ihrem Umland, etwa in Paris, Lyon, Toulouse, Straßburg, Montpellier und Grenoble.
Das Auswärtige Amt stellt klar: Deutsche Umweltplaketten werden nicht anerkannt. Fahrzeuge, die vor dem 1. Januar 1997 erstmals zugelassen wurden, bekommen keine Plakette.
Bestellen kannst Du Crit'Air nur über die offizielle Regierungsseite certificat-air.gouv.fr. Du lädst eine Kopie Deiner Zulassungsbescheinigung hoch. Das Europäische Verbraucherzentrum nennt als Lieferzeit bis zu 21 Tage und weist darauf hin, dass die per E-Mail kommende Rechnung als vorläufiger Nachweis dient.
Medienberichten zufolge hat der Conseil constitutionnel am 21. Mai 2026 die geplante Abschaffung der Zonen gekippt. Prüfe die Regeln der jeweiligen Stadt vor der Fahrt.
Pflichtausrüstung und Licht
Eine Warnweste und ein Warndreieck müssen an Bord sein. Das schreibt die französische Verbraucherschutzbehörde DGCCRF vor. Bei einer Panne ziehst Du die Weste an und stellst das Dreieck auf der Fahrbahn auf. Halte beides griffbereit, damit Du im Ernstfall nicht erst suchen musst.
Radarwarner und Geräte mit entsprechender Funktion sind verboten, auch in Navigationssystemen. Schalte solche Funktionen vor der Einreise ab.
In ausgewiesenen Gebirgsregionen gilt laut ADAC zwischen November und März eine Winterausrüstungspflicht. Erlaubt sind Winterreifen mit Alpine-Symbol oder Schneeketten.
Einreise und Papiere
Deutsche Staatsangehörige können nach Angaben des Auswärtigen Amts mit Reisepass oder Personalausweis einreisen. Kinder brauchen ein eigenes Dokument, etwa einen Kinderreisepass. Reisedokumente dürfen, mit Ausnahme des vorläufigen Personalausweises, seit höchstens einem Jahr abgelaufen sein. Prüfe trotzdem vor der Abfahrt die Gültigkeit.
Wenn Du in eine Umweltzone fahren willst, kommt zur Zulassungsbescheinigung die Crit'Air-Plakette hinzu. Sie bestellst Du anhand dieser Bescheinigung, mehr dazu im Abschnitt zu den Umweltzonen.
Beim Fahren führst Du den deutschen Führerschein und die Zulassungsbescheinigung mit. Ein internationaler Führerschein ist laut ADAC nicht nötig. Der ADAC empfiehlt außerdem die internationale Versicherungskarte (Grüne Karte).
Besonderheiten unterwegs
Wohnmobil und Camping: Freies Campen ist laut ADAC verboten, insbesondere auf öffentlichen Straßen, an Stränden und in Schutzgebieten. Wohnmobile über 3,5 Tonnen brauchen Toter-Winkel-Aufkleber an beiden Seiten und hinten, dazu Aufkleber mit den Tempolimits 110, 100 und 80. Mehr zur Planung findest Du im Ratgeber für Wohnmobile.
Parken: Gelbe unterbrochene Linien am Fahrbahnrand bedeuten Parkverbot, blaue Markierungen weisen auf zeitlich begrenzte oder gebührenpflichtige Zonen hin (Auswärtiges Amt).
Landstraßen: Seit 2018 gilt auf Landstraßen ohne Mittelstreifen in der Regel 80 km/h statt 90 km/h. Das Auswärtige Amt weist darauf ausdrücklich hin.
Fähren nach Frankreich
Diese Fährstrecken mit Fahrzeug führen in das Land:
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Häufige Fragen
Brauche ich für Frankreich die Crit'Air-Plakette?
Wenn Du in eine Umweltzone (ZFE) fahren willst, ja. France.fr nennt die Plakette für alle Fahrzeuge, die auch nur gelegentlich dort fahren. Bestelle sie auf certificat-air.gouv.fr, denn die deutsche Plakette wird nicht anerkannt.
Wie zahle ich die Maut auf Strecken ohne Schranken?
Auf Free-Flow-Abschnitten wie der A13 und A14 wird das Kennzeichen erfasst. Du bezahlst innerhalb von 72 Stunden nach der Fahrt, zum Beispiel online beim Betreiber. Mit Transponder erfolgt die Abbuchung automatisch.
Welche Ausrüstung ist in Frankreich Pflicht?
Warnweste und Warndreieck müssen an Bord sein. Radarwarner sind verboten. Kinder unter zehn Jahren brauchen einen passenden Kindersitz.
Wie schnell darf ich auf französischen Autobahnen fahren?
Bei trockener Fahrbahn 130 km/h, bei Regen 110 km/h. Für Fahranfänger gelten niedrigere Limits. Örtliche Schilder gehen vor.
Welche Promillegrenze gilt in Frankreich?
0,5 Promille. Für Fahranfänger in den ersten drei Jahren liegt die Grenze bei 0,2.
Regeln ändern sich. Maßgeblich sind die Angaben der zuständigen Behörden des Landes. Preise, Mautbeträge und Bußgelder nennt McFerry nicht.
Stand und Quellen
Geprüft am 03.10.2026. Diese Seite stützt sich auf:
- Service-Public.gouv.fr: Vitesse au volant
- Auswärtiges Amt: Frankreich, Reise- und Sicherheitshinweise
- DGCCRF: Gilet et triangle de sécurité
- Certificat Qualité de l'Air (offizielle Crit'Air-Seite)
- France.fr: The Crit'Air anti-pollution vehicle sticker
- Europäisches Verbraucherzentrum (CEC): Französische Umweltplakette
- LCP: ZFE, le Conseil constitutionnel censure la suppression des zones à faibles émissions
- Sanef: Autoroutes A13-A14, comment payer le péage en flux libre
- ADAC: Mit dem Fahrzeug in Frankreich
- ADAC: Maut in Frankreich