Reiseziel
Mit dem Auto in Schweden
Schweden gehört zur EU, trotzdem wird an den Grenzübergängen stichprobenartig kontrolliert. Für Autofahrer zählen vor allem die niedrige Promillegrenze, die Winterreifenregel und die Gebühren, die per Kamera erfasst werden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Du fährst ganzjährig mit Abblendlicht oder Tagfahrlicht, auch tagsüber.
- Die Promillegrenze liegt bei 0,2.
- Vom 1. Dezember bis 31. März brauchst Du bei winterlichen Straßenverhältnissen Winterreifen.
- Stockholm und Göteborg erheben eine Staugebühr, dazu kommen Brückenabgaben. Beides wird per Kamera erfasst, die Rechnung kommt danach.
- Telefonieren am Steuer ist verboten, Radarwarngeräte ebenfalls.
- Umweltzonen legen die Kommunen fest. Für Pkw sind die Klassen 2 und 3 relevant.
- Nach einem Unfall mit Elch, Hirsch, Rentier oder anderem Großwild rufst Du die 112 an.
Tempolimits und Fahrregeln
Die Höchstgeschwindigkeit hängt von der Straße ab. Nach Angaben der schwedischen Tourismusorganisation Visit Sweden reicht sie von 30 km/h in Wohngebieten bis 120 km/h auf Autobahnen. Verlass Dich auf die Schilder, nicht auf pauschale Werte. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass es keine Toleranzgrenzen gibt und die Bußgelder deutlich höher sind als in Deutschland. Konkrete Beträge nennen wir nicht.
Die Promillegrenze beträgt 0,2. Bei Verstößen sind laut Auswärtigem Amt bis zu zwei Jahre Haft möglich. Das Telefonieren am Steuer ist verboten. Radarwarngeräte sind nach Angaben des ADAC verboten, schon das Mitführen im einsatzbereiten Zustand. Die Parkregeln sind streng, und viele Parkautomaten akzeptieren nur schwedische Karten oder Apps. Kläre deshalb vor der Fahrt, wie Du in Städten bezahlen kannst.
Maut, Vignette und Gebühren
Gebühren fallen laut Auswärtigem Amt und Visit Sweden vor allem an zwei Stellen an: als Staugebühr (trängselskatt) in Stockholm und Göteborg, die laut Visit Sweden an Werktagen beim Ein- und Ausfahren in die Zentren erhoben wird, und als Brückenabgabe, zum Beispiel an der Öresundbrücke und in Motala und Sundsvall. Visit Sweden nennt außerdem die Skurubron.
Staugebühr und Brückenabgaben an der Motala- und Sundsvallbrücke werden ohne Schranke per Kamera erfasst, Du erhältst die Rechnung nachträglich. Das gilt ausdrücklich auch für ausländische Fahrzeuge. Die Transportbehörde hat dafür einen Partner beauftragt, der Fahrzeughalter ermittelt, Rechnungen verschickt und Zahlungen über EPASS24 abwickelt. Es gelten dieselben Zahlungsfristen wie für schwedische Fahrzeuge. Bei verspäteter Zahlung fällt ein Zuschlag an, später droht Inkasso.
An der Öresundbrücke fährst Du durch eine Mautstation. Zur Wahl stehen Karte, Bargeld in dänischen oder schwedischen Kronen, Kennzeichenerkennung oder Bizz. Rabatte gibt es nur mit einem Vertrag über einen Anbieter wie ØresundPAY oder Brobizz. Personal hilft rund um die Uhr, wenn Du die falsche Spur erwischst. Beträge findest Du bei Transportstyrelsen und Öresundsbron.
Umweltzonen und Fahrverbote
Gemeinden dürfen besonders empfindliche Bereiche für bestimmte Fahrzeuge sperren. Die Transportbehörde Transportstyrelsen kennt drei Klassen, die seit 2020 gelten. Für Pkw sind zwei davon wichtig.
- Klasse 2: Benziner müssen Euro 5 oder Euro 6 erfüllen, Diesel nur Euro 6.
- Klasse 3, die strengste Stufe: Nur Elektro-, Brennstoffzellen- und Gasfahrzeuge dürfen hinein.
Klasse 1 betrifft schwere Fahrzeuge und besteht nach Angaben der Behörde in acht Städten, darunter Stockholm, Göteborg und Malmö. Welche Bereiche für Pkw gesperrt sind, entscheidet die Kommune. Zur Kontrolle ausländischer Fahrzeuge macht die Behörde auf der geprüften Seite keine Angaben. Achte auf die Beschilderung und frage bei Unsicherheit bei Transportstyrelsen nach, bevor Du in ein Stadtzentrum fährst.
Pflichtausrüstung und Licht
Licht: Das Auswärtige Amt verlangt ganzjährig Abblendlicht oder Tagfahrlicht, auch am Tag.
Winterreifen: Von 1. Dezember bis 31. März musst Du bei winterlichen Straßenverhältnissen (Schnee, Eis, Frost) mit Winterreifen oder gleichwertiger Ausrüstung fahren. Das Profil muss mindestens 3 mm tief sein, bei Pkw über 3.500 kg 5 mm. Nicht gespikte Winterreifen müssen das Symbol mit Berggipfeln und Schneeflocke (3PMSF) tragen. Spikes sind vom 1. Oktober bis 15. April erlaubt. Du darfst Spikes und Reifen ohne Spikes nicht mischen. Ein Anhänger braucht im Winter dieselbe Ausrüstung. Fährt das Zugfahrzeug mit Spikes, muss der Anhänger sie auch haben. Näheres dazu im Ratgeber zum Gespann.
Sonstiges: Das EU-Portal Your Europe nennt für Pkw Sicherheitsgurte, Kinderrückhaltesysteme und ein Warndreieck als erforderlich.
Einreise und Papiere
Du reist mit Reisepass oder Personalausweis ein, auch vorläufige Dokumente sind zugelassen. Sie müssen für die gesamte Dauer des Aufenthalts gültig sein, abgelaufene Papiere werden nicht akzeptiert. Prüfe das Ablaufdatum deshalb auch bei den Papieren Deiner Mitreisenden.
Das Auswärtige Amt meldet stichprobenartige Kontrollen an allen Grenzübergängen. Nimm niemanden ohne gültiges Reisedokument im Auto mit. Dir droht sonst der Vorwurf der Schleusung.
Weil es Stichproben sind, musst Du nicht an jedem Übergang mit einer Kontrolle rechnen. Halte die Ausweise trotzdem griffbereit, auch für alle Mitreisenden.
Besonderheiten unterwegs
Wildwechsel: Das Risiko von Zusammenstößen mit Wildtieren ist nach ADAC hoch. Visit Sweden warnt vor Elchen und Rotwild auf ländlichen Straßen, besonders in der Dämmerung.
Nach einem Unfall mit Bär, Wolf, Vielfraß, Luchs, Elch, Hirsch, Reh, Otter, Wildschwein, Mufflon, Adler oder Ren rufst Du laut Polizei die 112 an. Markiere die Stelle sichtbar, etwa mit einem Tuch, stelle das Warndreieck auf und folge dem verletzten Tier nicht. Die Polizei schickt einen Jäger.
Winter: Es kann extrem kalt werden, dazu kommen Schneestürme und Eisregen. In abgelegenen Gebieten gibt es teils kein Mobilfunknetz. Sag Angehörigen Bescheid, wenn Du in entlegene Regionen fährst.
Wohnmobil: Das Auswärtige Amt warnt vor Einbrüchen in Wohnmobile und rät zu bewachten Campingplätzen. Allgemeine Hinweise stehen im Ratgeber zum Wohnmobil.
Fähren nach Schweden
Diese Fährstrecken mit Fahrzeug führen in das Land:
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Häufige Fragen
Wie zahle ich die Staugebühr in Stockholm oder Göteborg mit einem deutschen Auto?
Du musst nichts an der Straße bezahlen. Kameras erfassen das Kennzeichen, danach erhältst Du eine Rechnung. Für ausländische Fahrzeuge läuft die Abwicklung über EPASS24. Es gelten dieselben Zahlungsfristen wie für schwedische Fahrzeuge, bei Verzug kommt ein Zuschlag.
Brauche ich in Schweden Winterreifen?
Vom 1. Dezember bis 31. März ja, sobald winterliche Straßenverhältnisse herrschen. Die Mindestprofiltiefe beträgt bei Pkw 3 mm. Spikes sind vom 1. Oktober bis 15. April erlaubt.
Was tue ich nach einem Unfall mit einem Elch?
Ruf die 112 an, sichere die Unfallstelle mit Warndreieck, markiere sie gut sichtbar und verfolge das Tier nicht selbst. Bei Elch, Hirsch, Ren und weiteren Arten ist die Meldung an die Polizei vorgeschrieben.
Wie hoch ist die Promillegrenze in Schweden?
Sie liegt bei 0,2 Promille. Das Auswärtige Amt weist auf mögliche Haftstrafen bis zu zwei Jahren hin.
Regeln ändern sich. Maßgeblich sind die Angaben der zuständigen Behörden des Landes. Preise, Mautbeträge und Bußgelder nennt McFerry nicht.
Stand und Quellen
Geprüft am 03.10.2026. Diese Seite stützt sich auf:
- Auswärtiges Amt: Schweden, Reise- und Sicherheitshinweise
- Transportstyrelsen: Vinterdäck
- Transportstyrelsen: Miljözoner
- Transportstyrelsen: Betalning och avisering av trängselskatt
- Transportstyrelsen: Broavgift Motala
- Öresundsbron: Through the toll station
- Polisen: Viltolyckor
- Visit Sweden: Driving in Sweden
- Your Europe: Straßenverkehr in Schweden
- ADAC: Mit dem Fahrzeug in Schweden
- ADAC: Maut in Schweden