Reise

Mit dem Wohnmobil nach Norwegen

Norwegen ist mit dem Wohnmobil gut zu bereisen, verlangt aber mehr Planung als viele andere Ziele: Bergstraßen sind saisonal gesperrt, Maut wird elektronisch erfasst, und beim Freistehen weichen die Aussagen der Quellen voneinander ab. Diese Seite fasst zusammen, was belegt ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Reisezeit: Von Juni bis August ist praktisch alles zugänglich. Mai und September sind ruhiger, aber nicht jede Bergstraße ist dann offen.
  • Straßen: Viele Fjord- und Bergrouten sind im Winter gesperrt. Prüfe die Lage vor der Fahrt bei der norwegischen Straßenverwaltung unter vegvesen.no.
  • Maße: Nach Angaben des ADAC gelten ohne Sondergenehmigung 12 m Länge, 2,55 m Breite und 4 m Höhe.
  • Maut: Alle Mautstellen arbeiten automatisch. Registriere Dein Fahrzeug vor der Reise.
  • Freistehen: Allemannsretten, 150 m Abstand zum nächsten bewohnten Haus, höchstens zwei Nächte am selben Ort. Für Wohnmobile ist die Auslegung uneinheitlich (siehe Abschnitt Camping).
  • Fahrregeln: Tempolimits und weitere Vorschriften findest Du unter Mit dem Auto in Norwegen.

Beste Reisezeit

Fjord Tours nennt Juni bis August als Hauptsaison mit langen Tagen, Mitternachtssonne im Norden und mildem Wetter. In dieser Zeit ist alles erreichbar, es ist aber auch am vollsten. April, Mai und September gelten als Monate mit wenig Andrang. Bergpässe öffnen ab April nach und nach, im Mai folgen weitere.

Für Wohnmobile bedeutet das: Wer Hochgebirgsstraßen fahren will, plant eher Juni bis September. Für einzelne Strecken nennt Fjord Norway Orientierungswerte. Trollstigen öffnet normalerweise im Mai oder Juni und ist oft bis Oktober offen. Die Straße über den Sognefjellet ist im Winter gesperrt und wird bis etwa zum 1. Mai vom Schnee geräumt. Die Aurlandsfjellet-Route ist ungefähr von Juni bis Oktober befahrbar. Das sind Richtwerte, keine Zusagen. Aktuelle Sperrungen findest Du beim norwegischen Straßenamt.

Straßen: Fjordrouten, Serpentinen und Fähren im Land

Fjord Norway stellt zehn Landschaftsrouten vor. Ganzjährig befahrbar sind laut dieser Quelle unter anderem die Atlanterhavsvegen, Hardanger, Jæren und Ryfylke. Wintersperren gelten für Aurlandsfjellet und Sognefjellet. Die Gaularfjellet-Route ist teilweise im Winter gesperrt.

Der ADAC weist auf schmale, kurvige Bergstraßen mit Steigungen bis 12 Prozent hin, die Erfahrung erfordern. Auf dem Trollstigen liegen elf Haarnadelkurven, auf dem Ørnevegen neun. Plane Etappen mit Reserve und fahre bei Wohnmobilen mit Länge nahe dem Limit nur Strecken, die Du vorab geprüft hast.

Auf manchen Routen gehören Fährpassagen im Land zur Straße. Die Gebühren dafür laufen nach Angaben der norwegischen Straßenverwaltung ebenfalls über das AutoPASS-System. Abfahrtszeiten dieser Fähren erfährst Du bei den jeweiligen Betreibern.

Fahrzeugmaße, Gewicht und Tempo

Der ADAC nennt für Norwegen ohne Sondergenehmigung eine Höchstlänge von 12 m für Einzelfahrzeuge und 19,5 m für Kombinationen, eine Breite von 2,55 m und eine Höhe von 4 m. Darüber hinaus ist eine Genehmigung der norwegischen Straßenverwaltung nötig.

Beim Tempo unterscheidet der ADAC nach Gewicht. Pkw und Wohnmobile bis 3,5 t dürfen 50 km/h in Ortschaften, 80 km/h außerhalb und 90 km/h auf Autobahnen fahren. Schwere Wohnmobile von 3,5 bis 7,5 t sind auf Autobahnen auf 80 km/h begrenzt. Für Gespanne gilt laut ADAC höchstens 80 km/h. Ganzjährig ist tagsüber Abblendlicht oder Tagfahrlicht Pflicht.

Der ADAC weist auf Wildwechsel hin, gelbe Warnschilder zeigen Gefahrstellen. Miss im Zweifel Länge, Breite und Höhe Deines Fahrzeugs vor der Reise nach.

Maut und AutoPASS

In Norwegen wird die Maut elektronisch erfasst: An den Mautstellen liest eine Kamera das Kennzeichen, und der Halter bekommt später eine Rechnung. Das System heißt AutoPASS. Die Straßenverwaltung bietet ausländischen Fahrern zwei Wege: ein Zahlungskonto im Voraus anlegen oder die Rechnung abwarten. Alle Mautstellen sind automatisiert, auch Fährgebühren laufen über AutoPASS.

Der ADAC empfiehlt Fahrern mit ausländischem Kennzeichen die Vorregistrierung bei Epass24. Ohne sie fällt eine Zusatzgebühr für die Halterermittlung an. Für die Einordnung des Fahrzeugs sind die Fahrzeugdaten wichtig. Fjord Line weist darauf hin, dass ein Wohnmobil mit Registrierung nach Pkw-Tarif abgerechnet wird, ohne Registrierung aber als schweres Fahrzeug gelten kann. Einen AutoPASS-Chip bekommst Du nicht an der Grenze, sondern nur im Voraus.

Aktuelle Tarife nennen die Straßenverwaltung unter autopass.no und die jeweiligen Mautbetreiber. McFerry zeigt keine Beträge.

Camping und Allemannsretten

Allemannsretten ist das norwegische Jedermannsrecht. Nach Angaben von Visit Norway gilt es für nicht bewirtschaftetes Land wie Küsten, Moore, Wälder und Berge, aber nicht für Grundstücke um Häuser und Hütten, Äcker, Wiesen, Weiden und Gärten. Zelte sollen mindestens 150 m vom nächsten bewohnten Haus oder von der nächsten Hütte stehen und höchstens zwei Nächte am selben Ort. Visit Norway schreibt, dass diese Regeln auch für Wohnmobile und Wohnwagen gelten.

Der ADAC formuliert enger: Frei campen sei nur mit Zelt möglich, Wohnmobile und Gespanne bräuchten Plätze oder Rastplätze, und nach mehr als zwei Nächten am selben Ort sei die Erlaubnis des Grundbesitzers nötig. Weil sich die Quellen unterscheiden, solltest Du im Zweifel auf ausgewiesene Stellplätze oder Campingplätze ausweichen und die Beschilderung beachten.

Zuständig ist die Umweltbehörde Miljødirektoratet, umgesetzt wird das Gesetz meist von den Gemeinden, die Einschränkungen erlassen können. Auf den Lofoten, in Teilen Fjord-Norwegens und an manchen Surfstränden gelten besondere Beschränkungen, am Preikestolen ist Zelten verboten.

Winterausrüstung, Wasser und Entsorgung

Für Fahrzeuge bis 3,5 t schreibt der ADAC Schneeketten vor, wenn sie bei winterlichen Verhältnissen mit Sommerreifen unterwegs sind. Fahrzeuge über 3,5 t brauchen vom 15. November bis 31. März Winterreifen mit mindestens 5 mm Profil. Zusätzlich müssen sie in dieser Zeit Ketten mitführen. Außerhalb von Ortschaften ist beim Aussteigen eine Warnweste Pflicht, Kinder unter 1,35 m brauchen einen passenden Kindersitz, und die Promillegrenze liegt bei 0,2.

Zu Wasser und Entsorgung: Campercontact unterscheidet kostenlose und kostenpflichtige Stellplätze, kostenpflichtige haben in der Regel die bessere Ausstattung. Pincamp nennt für Skandinavien Entleerungsmöglichkeiten für Toilettenkassetten an Raststätten und Häfen sowie Frischwasser an Campingplätzen. Welche Anlagen Dein Zielplatz hat, klärst Du am besten vor der Ankunft.

Zur Fahrt mit dem Wohnmobil an Bord einer Fähre findest Du Hinweise unter Wohnmobil auf der Fähre. Aus Deutschland erreichst Du Norwegen per Fähre, etwa von Kiel nach Oslo oder über Hirtshals in Dänemark. Die Verbindungen stehen unter Strecken.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für Norwegen mit dem Wohnmobil?

Von Juni bis August ist praktisch alles zugänglich, es ist aber auch am vollsten. Mai und September sind ruhiger. Viele Bergstraßen öffnen erst im Frühsommer, deshalb solltest Du Hochgebirgsrouten eher für Juni bis September planen.

Darf ich in Norwegen mit dem Wohnmobil frei stehen?

Visit Norway nennt für Wohnmobile dieselben Regeln wie fürs Zelten: mindestens 150 m Abstand zum nächsten bewohnten Haus und höchstens zwei Nächte am selben Ort. Der ADAC sieht Freistehen nur mit Zelt und verlangt für Wohnmobile ausgewiesene Plätze oder Erlaubnis. Weil sich die Aussagen unterscheiden, sind Stellplätze und Campingplätze der sichere Weg.

Muss ich vor der Reise etwas für die Maut tun?

Norwegische Mautstellen erfassen das Kennzeichen automatisch. Du kannst vorab ein Zahlungskonto anlegen, zum Beispiel über Epass24, oder später die Rechnung bezahlen. Eine Vorregistrierung vermeidet eine Zusatzgebühr und sorgt dafür, dass Dein Wohnmobil richtig eingestuft wird.

Welche Maße darf ein Wohnmobil in Norwegen haben?

Ohne Sondergenehmigung nennt der ADAC 12 m Länge, 2,55 m Breite und 4 m Höhe. Für Kombinationen sind 19,5 m erlaubt. Größere Fahrzeuge brauchen eine Genehmigung der norwegischen Straßenverwaltung.

Brauche ich Winterreifen oder Schneeketten?

Fahrzeuge bis 3,5 t brauchen bei winterlichen Verhältnissen mit Sommerreifen Schneeketten. Fahrzeuge über 3,5 t müssen vom 15. November bis 31. März Winterreifen mit mindestens 5 mm Profil fahren und Ketten mitführen.

Regeln ändern sich. Maßgeblich sind die Angaben der zuständigen Behörden des Landes. Preise, Mautbeträge und Bußgelder nennt McFerry nicht.

Stand und Quellen

Geprüft am 03.10.2026. Diese Seite stützt sich auf: