Ratgeber

Motorrad auf der Fähre

Ein Motorrad fährt auf den meisten Fähren mit, muss an Bord aber sicher festgezurrt werden. Wer Gurte, Ständer und Gang richtig einsetzt, übersteht auch Seegang ohne Schaden.

Anfahrt und Rampe

Am Hafen meldest Du Dich wie alle anderen Fahrzeuge am Check-in. Laut motorradonline.de haben die meisten Fähren feste Bereiche für Motorräder. Frag die Besatzung nach dem passenden Platz.

Die Rampen sind aus Stahl und oft glatt lackiert. Der ADAC rät, nicht gehetzt zu fahren, nur die griffigen, geriffelten Spuren zu nutzen und die Rampe in einem Zug hinaufzufahren. Halte Abstand zu großen Fahrzeugen. Color Line nennt für Motorradfahrer beim Boarding Helmpflicht.

Buchung und Check-in

Du buchst das Motorrad als eigenes Fahrzeug. Meist brauchst Du am Check-in die Buchungsnummer und einen gültigen Ausweis oder Reisepass, wie Color Line für den Check-in angibt. Mit Beiwagen oder Anhänger wird es anders eingestuft: Finnlines bucht solche Gespanne als Fahrzeuge bis 6 m Länge. Wie Du bei Anhängern vorgehst, steht im Ratgeber Anhänger und Gespann.

Gib die Maße so an, wie die Buchung sie abfragt, und rechne außen angebrachte Teile mit ein. Stimmen sie nicht, kann es nach Angaben von Tallink und Finnlines zu Aufpreisen oder Platzproblemen kommen.

Verzurren Schritt für Schritt

Die Reedereien und der ADAC beschreiben im Kern dasselbe Vorgehen:

  1. Motorrad auf den Seitenständer stellen. Der ADAC hält das für besser als den Hauptständer, weil das Motorrad dann drei feste Auflagepunkte hat.
  2. Ersten Gang einlegen und die Vorderbremse anziehen, zum Beispiel mit einem Gummischlauch oder Gurt am Hebel.
  3. Alarmanlage ausschalten.
  4. Gurte zwischen geeigneten Abspannpunkten am Motorrad und den Bodenösen spannen. Als Punkte nennen ADAC und motorradonline.de Gabelbrücke, Lenker, Motorschutzbügel, Fußrastenausleger, Rahmenrohre oder Gepäckträger.
  5. Gurte nicht durch Speichenräder führen, Bremsleitungen schonen und nicht überspannen.
  6. Zum Schluss einen Wackeltest machen.

Springt der Seitenständer von selbst ein, sichert ihn der ADAC mit einem Gurt nach vorn. Steht das Motorrad auf dem Hauptständer, empfiehlt der ADAC einen Keil unter dem Vorderrad.

Gurte: eigene mitbringen oder vor Ort

Je nach Reederei bekommst Du Hilfsmittel gestellt oder nicht. Finnlines gibt an, Zurrgurte und andere Sicherungsmittel anzubieten. Bei Tallink wird das Motorrad auf der Strecke Helsinki-Tallinn mit Tüchern über dem Sattel und Keilen an den Reifen gesichert. In der Hochsaison empfiehlt Tallink, eigene Sicherungsmittel mitzubringen, weil die Menge begrenzt ist.

DFDS und der ADAC raten, mindestens zwei eigene Spanngurte und Handtücher als Schutzunterlage dabeizuhaben. Gurte solltest Du vor der Fahrt auf Schäden prüfen. Bei Fragen hilft das Personal an Bord, so schreibt es DFDS.

Helm, Gepäck und Tank

Das Autodeck ist während der Überfahrt gesperrt (Color Line, Finnlines). Nimm daher mit, was Du an Bord brauchst, und lass Wertsachen nicht am Motorrad. Scandlines schließt in den Beförderungsbedingungen die Bewachung von Gepäck und Fahrzeugen aus.

Für Gepäck am Motorrad nennt DFDS: alles fest und flatterfrei verzurren und Blinker sowie Rücklicht nicht verdecken. Fahre nicht mit vollem Tank an, empfehlen ADAC und motorradonline.de, damit bei Seegang kein Benzin ausläuft. Wohin der Helm an Bord gehört, regeln die Reedereien unterschiedlich. Frag im Zweifel die Besatzung.

Wetter und Seegang

Wie stark ein Motorrad gesichert wird, richtet sich nach dem Seegang. Der ADAC verweist auf das Cargo Securing Manual der Schiffe, das unterschiedliche Seegangsstärken berücksichtigt, und merkt an, dass die Reedereien die Sicherung unterschiedlich umsetzen. Folge deshalb den Hinweisen der Besatzung, auch wenn sie von Deinen Gewohnheiten abweichen.

Fällt eine Fahrt wegen Sturm aus oder verzögert sie sich, hilft der Ratgeber Verspätung, Sturm und Ausfall.

Checkliste für Motorradfahrer

  • Mindestens zwei eigene Spanngurte, Handtücher als Kantenschutz, Gummischlauch für die Bremse
  • Tank nicht ganz voll
  • Abspannpunkte am Motorrad vorher gefunden
  • Koffer und Taschen fest, Rücklicht und Blinker frei
  • Alarmanlage aus, erster Gang, Vorderbremse gezogen
  • Wertsachen, Helm und Papiere für die Überfahrt dabei
  • Wackeltest gemacht

Häufige Fragen

Muss ich eigene Spanngurte mitbringen?

Das hängt von der Reederei ab. Finnlines bietet Gurte an, Tallink weist auf begrenzte Mengen hin. DFDS und der ADAC empfehlen mindestens zwei eigene Gurte.

Seitenständer oder Hauptständer?

Der ADAC hält den Seitenständer für besser, weil das Motorrad dann drei feste Auflagepunkte hat. Klappt der Ständer von selbst ein, sicherst Du ihn mit einem Gurt nach vorn.

Darf der Tank voll sein?

ADAC und motorradonline.de raten davon ab, weil bei Seegang Benzin auslaufen kann.

Wer hilft, wenn ich nicht sicher bin?

Die Besatzung auf dem Autodeck. DFDS und motorradonline.de weisen darauf hin, dass das Personal beim Sichern unterstützt.

Regeln und Bedingungen unterscheiden sich je Reederei und ändern sich. Maßgeblich sind immer die Angaben in der Buchungsstrecke und in den Buchungsunterlagen.

Stand und Quellen

Geprüft am 03.10.2026. Diese Seite stützt sich auf:

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